Die Formen jeden Abend neu mit Leben füllen: Heiko Fischer

 

"Eine gewisse bläserähnliche Linearität"

 

Goldene Zeiten für den Wahl-Hamburger Heiko Fischer. 2010 schließt er sein Studium als Physiker im Fachbereich Teilchenphysik ab; 2011 kann er einen JazzEcho als Instrumentalist des Jahres national nach Hause tragen. Preise ist Heiko gewöhnt. 2006 beispielsweise belegt sein Quartett den ersten "Jugend Jazzt"-Preis. Und 2007 gibt's den Sonderpreis des Landes Sachsen-Anhalt bei der "Bundesbegegnung Jugend Jazzt". 2009 erhält er ein Stipendium als "herausragender Jazz-Nachwuchskünstler". Und in dieser Art wird das wahrscheinlich mit weitergehen mit dem 29jährigen - voran und immer aufwärts. Insofern aber ist es auch ganz gut, dass es für alle, auch jene, die ihn aus dem Fischer Spangenberg Quartett nicht kennen gelernt haben sollten, jetzt eine eigene Quartett-CD gibt, die agas hier vorstellt. Und die der Anlass für das folgende eMail-Interview war. Und wenn wir schon beim Loben sind: Informativer, konziser und jeweils genauer "auf den Punkt" hat bisher noch kein eMail- Gesprächspartner auf agas-Fragen geantwortet. Aber Gitarristen sind ja normalerweise auch keine Physiker...

 

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agas: Das Übliche zuerst und in aller Kürze: Wann und wo bist du geboren? Wo aufgewachsen? Vermutlich in Hamburg, oder?

H.F.: Ich bin 1982 in Hanau in der Nähe von Frankfurt geboren. Danach sind wir etliche Male hin und her gezogen, bis ich irgendwann in Kiel gelandet bin. Und von dort ging es dann nach Hamburg. Ich bin jetzt seit sieben Jahren hier und habe erstmal nicht vor, hier wieder wegzugehen. Aber so richtig aufgewachsen bin ich eigentlich in Frankfurt, wo ich ja auch meine ersten musikalischen Erfahrungen gemacht habe. In Kiel war ich dann von meinem 15. Lebensjahr bis zum Studium. Diese Phase war also auch sehr prägend für mich. Ein richtiges Heimatgefühl hab' ich also eigentlich nirgendwo richtig entwickeln können. Aber vielleicht ist das dem Musikerdasein ganz zuträglich…?

agas: Kommst du aus einem musikalischen oder sagen wir: musikalisch interessierten Elternhaus - und wenn ja, was wurde gehört odergespielt?

H.F.: Mein Mutter spielt ein bisschen Klavier und beiden Eltern können zusammen genommen ungefähr sechs Akkorde auf der Gitarre spielen - wir hatten also immer Instrumente zu Hause. Das Interesse für Musik kam aber aus mir selbst. Allerdings haben mich meine Eltern dabei immer sehr stark unterstützt. Ich weiß nicht, wie oft ich meinen Vater in irgendwelche Musikgeschäfte geschleppt hab, um mit mir Equipment zu kaufen, oder wie oft mich meine Mutter zu irgendwelchen Proben gefahren hat. Meine ersten musikalischen Schritte fanden auf dem Klavier statt. Ich hab' ungefähr mit sieben angefangen zu spielen und hatte von Anfang an klassischen Unterricht. Mein damaliger Lehrer sah wohl ein gewisses Talent in mir und war sehr bemüht, mich bei der Stange zu halten. Ich glaube, er trägt einen nicht zu vernachlässigenden Anteil daran, dass die Musik mich immer begleitet hat.

agas: Wie bist du zur Gitarre gekommen, durch wen, wodurch? Hast du autodidaktisch angefangen, oder hattest du dann gleich Lehrer? Was für Musik hat deine Anfänge als Gitarrist geprägt?

H.F.: Mit der Gitarre hab ich angefangen, als ich ungefähr elf oder zwölf war. Ich hatte von meinen Eltern eines dieser Bücher bekommen, mit deren Hilfe man mit wenigen Griffen ungefähr 200 Songs spielen konnte. Ich hab' dann also zwei Wochen damit verbracht "Country Roads" und "Let It Be" zu spielen und hab' ziemlich schnell gemerkt, dass ich mich auf der Gitarre wohler fühle als am Klavier. Die ersten zwei Jahre habe ich allerdings autodidaktisch gelernt. Das war wohl auch ein bisschen rebellisches Auflehnen gegen vier Jahre Klassikunterricht und viele Regeln, wie man was zu spielen hat. Auf die "Country Roads" folgte dann auch unmittelbar Nirvana. Mit solchen Sachen hab ich mich dann auch erstmal beschäftigt, bis ich irgendwann auf die Idee kam, das alles doch mal etwas fundierter zu untermauern und zu einem Gitarrenlehrer zu gehen, was ich auch getan habe. 

agas: Gab es auch für dich so was wie ein "Erweckungserlebnis" in Sachen Jazz, irgendeine Platte, ein Konzert, ein Gitarrist? Und was wurde dadurch für dich in Bewegung gesetzt?

H.F.: Da fallen mir zwei Platten ein: Pat Methenys "Imaginary Day" und vom Esbjörn Svensson Trio  "From Gagarin's Point of View". Die beiden Platten hatte ein guter Freund von mir von seinem Bruder mitgebracht, und sie haben mir eine völlig neue Welt eröffnet. Ich war schon sehr früh daran interessiert harmonische Wendungen zu erkunden und harmonische Sprachen kennen zu lernen. Mit Nirvana anzufangen, hatte meinen Horizont schon früh sehr geöffnet, aber irgendwann hatte ich die Musik, die ich damals eben so gehört hab', durchdrungen und es fühlte sich wie ein Erwachen an, plötzlich Musik zu hören, die aus allen Regeln, die ich mir bis dahin zusammengereimt hatte, ausbrach und  sich unzählige neue Möglichkeiten ergaben. Außerdem wurde mir bei Pat Metheny zum ersten Mal bewusst, wie wichtig Melodien und melodisches Spiel auch für Instrumentalisten sind. Von Esbjörn Svensson habe ich damals gelernt, wie viel man mit Sound und Phrasierung ausdrücken kann. Das sind alles Sachen, die ich immer noch für extrem wichtig halte und an denen ich nach wie vor arbeite.

agas: Gibt es einen spezifischen Stil, den du verfolgt oder vielleicht sogar bereits (mit-)entwickelt hast? Oder tanzt du, falls du Profi bist, der von der Musik lebt, auf verschiedenen stilistischen Hochzeiten? Anders gesagt: Natürlich will ich heraus kriegen, ob du eine Beziehung auch zu den Leuten entwickelt hast, die mich durch und durch geprägt haben, also die erste Post-Christian-Generation mit Barney Kessel, Tal Farlow, Herb Ellis, all diesen Leuten? Jüngere Spieler heute sind ja erstaunlicherweise oft über Grant Green zum Jazz gekommen. Und nicht wenige über Wes, der ja eigentlich erst in den 90er Jahren (wieder)entdeckt worden ist.

H.F.: Ich habe meinen Platz in einer Art des Jazz gefunden, die versucht, Stile zu vereinbaren. So wie Pat Metheny und Esbjörn Svensson mich früh geprägt haben, so war auch mein Klangideal immer, mich moderner Akkord- und Melodiesprachen zu bedienen und das ganze in einen jazzhistorischen Kontext zu stellen. Natürlich hab' ich mich im Laufe meiner Entwicklung aber auch mit allem beschäftigt, was von der Geburtsstunde des Jazz bis heute passiert ist, und bin auch der Meinung, dass man das unbedingt tun sollte, um einen möglichst freien Umgang mit Musik und ein vielfältiges Vokabular entwickeln zu können. Das fängt damit an, dass man sich mit Freddie Green auseinandersetzt und natürlich spielen da auch Barney Kessel, Wes und Joe Pass eine extrem wichtige Rolle. Vor allem aber orientiere ich mich viel an Musikern auf anderen Instrumenten, wie Miles oder Coltrane. 

agas: Du gehörst vermutlich zu der heute weit größten Riege jüngerer Gitarristen, die vor allem linear spielen, also tatsächlich wie damals Grant Green. Ist das so? Wenn ja, welche Philosophie steckt dahinter? Sicherlich auch  die, dass man eben so spielt, wenn ein Klavier dabei ist. Ist das so?

H.F.: Da liegst du mit deiner Vermutung schon ganz richtig. Da ich viel auf dem Klavier schreibe, ist es für mich existenziell, einen Pianisten in der Band zu haben, der manche Sachen eben eins zu eins so umsetzt, wie ich sie mir ausdenke. Da ich immer versuche, mit dem, was ich spiele, ein Gesamtbild mit der ganzen Band zu erzeugen, passiert es wohl automatisch, dass dabei eine gewisse bläserähnliche Linearität entsteht. Wenn ich für mich spiele, spiele ich sehr viel akkordischer, das kommt aber live mit meiner Band einfach nicht so zum Tragen, was aber nicht Programm ist, sondern einfach passiert.

agas: Natürlich interessiert mich dein "akademischer" Werdegang: Wer waren deine Lehrer und wo war das jeweils?

H.F.: Mein erster Lehrer war Tobias Bonnewitz, damals in Frankfurt. Dann in Kiel Hörbie Schmidt. Ersten richtigen Jazzgitarre-Unterricht hatte ich dann in Hamburg bei Johannes Wennrich und Sandra Hempel. Als ich dann in Hamburg angefangen habe zu studieren, war Stefan Diez mein Lehrer und zu guter Letzt bei meinem Studium am JIB in Berlin Kurt Rosenwinkel.

agas: Ich nehme an, diverse VIP-Workshops gehören mit zu Deinen "Wanderjahren". Wer und was hat Dich in den "Lehrjahren" am nachhaltigsten beeindruckt oder geprägt?

H.F.: Der Gitarrist, der für mich mit Abstand am wichtigsten war und ist, ist sicherlich Kurt Rosenwinkel. Ich habe in meinem Leben noch niemanden sonst kennengelernt, der solch einen direkten Zugang zur Musik hat. Wenn man ihm beim Spielen zuhört, merkt man, dass das Instrument einfach keine Hürde mehr für ihn darstellt. Er kann direkt alles, was er empfindet, in Musik umsetzen. Es ist wirklich so, als ob er durch seine Gitarre sprechen kann, was sich zwar etwas esoterisch anhört, aber einfach zutrifft. Dazu kommt, dass das, was er musikalisch sagt, bei mir immer einen Nerv trifft. Ich denke eigentlich immer nur: Ja, Mann, das wollt' ich auch schon immer mal sagen! Aber er kennt halt einfach zehnmal so viele Wörter und kann es deswegen einfach so präzise ausdrücken wie kein anderer. Für mich ist er eigentlich der Shakespeare der modernen Jazzgitarre.

agas: Für was für Jazz stehst du? Das ist ganz sicherlich keine puristische Jazzidee mehr, sondern wie bei so gut wie allen Gitarristen der jüngeren Generation immer ein Stilmix aus Rockelementen und etlichem Anderen. Was mich interessiert, ist so etwas wie eine "stilistische Philosophie" hinter dem, was du spielst und schreibst.

H.F.: Ich trage in meinem Kopf schon ziemlich lange ein Klangideal mit mir herum. Das hat sehr früh angefangen, sich zu entwickeln und ist deswegen schon ziemlich ausgeprägt. Ich wollte immer eine Band haben, mit der gemeinsam ich dieses Ideal umsetzen kann und andere Leute hören können, was ich in meinem Kopf höre. Dieses Ideal ist natürlich von allem geprägt, was ich in meinem Leben erlebt habe. . Dazu gehören Jazz, jede Menge Popmusik, Klassik, Texte, zeitgenössische Kunst, Bilder, aber auch einfach alles, was man so im Alltag erlebt. Ich dachte immer, das würde nie passieren, aber es freut mich zu sehen, dass ich mit meiner jetzigen Band ziemlich nah daran bin, die Sachen so umsetzen zu können, wie ich sie mir vorstelle. Es gibt also falls überhaupt, dann nur diese eine Philosophie: dass ich versuche, die Musik, die in meinem Kopf spielt, anderen zugänglich zu machen.

agas: Was mich immer besonders interessiert: Wie schreibst du - konzeptionell oder intuitiv, also vorsätzlich, systematisch und geplant oder mit dem "Musenkuss"? Häufig ist das ja eine Mischung aus beidem. Anders gefragt: Gibt es das Thema, das binnen weniger Minuten steht, und gibt es das Stück, das unter Umständen Monate oder gar jahrelang reift, bis es seine endgültige Gestalt bekommen hat?

H.F.: Das Stück, das schnell entsteht, gibt es bei mir nicht. Ich sammle Ideen, eigentlich den ganzen Tag lang. Immer wenn mir was einfällt, egal auf welchem Instrument, oder wenn's auch nur ein Melodiefragment ist, nehm' ich's auf meinem Iphone auf. Irgendwann setz ich mich dann geplant hin und versuche aus den Fragmenten Stücke zu formen. Dabei bin ich sehr penibel, und nicht selten dauert es Monate, bis ein Stück fertig ist, falls es überhaupt jemals soweit kommt. Dann nehme ich es mit in die Probe, und es wird dem Bandtest unterzogen. Dabei stellt sich meistens heraus, dass die Stücke, an denen ich am längsten gesessen hab, am besten funktionieren. Bei vielen anderen Musikern ist das andersherum. Ich weiß selbst nicht, woran das liegt, kann aber damit leben, um jedes Stück kämpfen zu müssen.

agas: In was für Gruppen hast du dich "frei geflogen". Oder fängt dein "richtiges" Leben mit dem jetzigen Quartett an?

H.F.: Ich hatte in meiner Zeit in Kiel diverse Bands, die alle noch gar nichts mit Jazz zu tun hatten, aber in denen ich die Arbeit in einer Band und musikalisch kreatives Schaffen gelernt hab. Darunter waren eine eigene Rock/Ska-Band, die ich hatte und verschiedene Bands, bei denen ich mitgespielt habe. Wir waren ein recht enger Kreis aus einigen Leuten, die alle an derselben Musik interessiert waren und mit denen ich sehr viel gemacht habe. Wir haben viel experimentiert und auch angefangen, uns mit Jazz zu beschäftigen. Diese Zeit war auf jeden Fall wichtig für meine Entwicklung.

agas: Welche Rolle spielt für dich Christoph Spangenberg? War das so was wie eine in Jahren gewachsene Symbiose oder etwas in der Art?

H.F.: Das trifft es recht gut. Ich habe lange nach Mitmusikern gesucht, die meine Vorstellungen teilen, und in Christoph hab' ich jemanden gefunden, der mich nicht nur versteht, sondern aus sich selbst heraus in eine ähnliche Richtung denkt. Neben seiner Tätigkeit als Pianist ist er ein herausragender Komponist, der es immer wieder schafft, Stücke zu schreiben, bei denen ich mir wünsche, ich hätte sie geschrieben! Außerdem sind wir auch außermusikalisch in den meisten Bereichen auf einer Wellenlänge. Christoph ist für mich nicht mehr wegzudenken.

agas: Ich meine, Euer gemeinsames Quartett hat doch 2010 einen Preis - einen Echo??? - gewonnen. Nun hast du als Bester Instrumentalist national den Ersten gemacht, und das Debütalbum ist nun nicht mehr vom Fischer-Spangenberg-, sondern vom Heiko Fischer Quartett. Wie kommt das? Er ist doch nach wie vor dabei. Für mich sieht das irgendwie nach freiwilligem Rückzug ins "zweite Glied"  aus oder nach Verdrängung. Was steckt dahinter? Oder liegt das womöglich einfach daran, dass das F/S-Quartett andere Musik macht als das F-Quartett?

H.F.: Der zeitliche Verlauf war etwas anders. Ich versuch's kurz zu machen: Die Band hieß seit ihrer Gründung eigentlich "Heiko Fischer Quartett"; da war Christoph noch gar nicht dabei. Irgendwann kam er dann als Pianist dazu. Die CD unter dem Namen "Heiko Fischer Quartett" wurde dann veröffentlicht. Zu der Zeit gab es mein Quartett, und Christoph hatte ein eigenes Trio. Daniel [Stritzke, b] und Konrad [Ulrich, dr] spielten in beiden Bands. Wie schon erwähnt, haben Christoph und ich ein ähnliches Verständnis von der Musik, die wir machen wollen. Irgendwann haben wir uns dann entschlossen, die Energie und den Arbeitsaufwand zu konzentrieren und in ein gemeinsames Projekt zu stecken. Es erschien uns einfach kontraproduktiv, an zwei ähnlichen Bands gleichzeitig zu arbeiten. Ich mache mir nicht viel aus Namen, und für mich war es logisch, nicht nur den Arbeitsaufwand zu teilen, sondern das auch in der Öffentlichkeit darzustellen. Deswegen die Namensänderung. Die Band heißt also mittlerweile "Fischer Spangenberg Quartett". Das Repertoire besteht jetzt aus meinen und aus Christophs Stücken. Den Echo hab ich dieses Jahr in der Kategorie "Instrumentalist des Jahres national - Gitarre" bekommen.

agas: Was ist der Wettbewerb "JazzPrix", von dem in einer ziemlich flapsigen (Konzert?-) Besprechung in "JazzThing" die Rede war? Ist der Echo damit gemeint?

H.F.: Der Jazzprix ist ein eigenständiger Wettbewerb, in dem fünf deutsche und fünf tschechische Bands an zwei Abenden hintereinander in Straubing in Bayern und im tschechischen Nove Hrady antreten. Und den konnten wir für uns entscheiden und das Preisgeld - 10.000€ -  haben wir zu großen Teilen in unsere CD Produktion gesteckt.

agas: "Lucid" - der Titel soll ja sicherlich ein bisschen Programm sein. Ist dein bzw. euer Jazz eine "luzide" Angelegenheit?

H.F.: Tatsächlich hieß zuerst das Stück so, und das Album haben wir dann nach dem Stück benannt. Ich fand die Idee des "Klartraums" schon immer spannend. Manchmal haben bestimmte Ideen oder Geschichten eine bestimmte Atmosphäre oder Farbe und in diesem Fall deckte das sich mit dem Stück, so dass es einfach ein passender Name war.

agas: Liege ich richtig mit der Vermutung, dass bei aller Liebe zum improvisatorischen Freiraum doch die Form eine beträchtliche Rolle spielt?

H.F.: Was uns vor allem wichtig ist, ist, dass die Improvisation Teil des Stücks ist. Unsere Musik ist keine Aneinanderreihung virtuoser Einzeldarstellungen, sondern immer als ein Ganzes zu betrachten. Alles baut aufeinander auf. Es können beispielsweise auch nicht einfach die Solisten getauscht werden, weil dann die Dramaturgie des betreffenden Stückes verloren gehen würde. Dabei ist uns jedoch immer wichtig, dass jeder in diesem Rahmen größtmögliche Freiheit genießt. Die Formen müssen jeden Abend neu mit Leben gefüllt werden. Deswegen ist es unverzichtbar, dass jeder das Stück jeden Abend wieder neu entdeckt.

agas: Ganz kurz und knapp etwas zu deinen Instrumenten. Was spielst du auf der Bühne, und was hast du für "Lucid" im Studio gespielt? Auch kurz und knapp etwas zum Equipment in Sachen Tretminen et cetera.

H.F.: Mein Equipment hat sich seit der Album-Produktion nicht wesentlich geändert. Ich spiele eine Gibson ES-135, relativ neues Model, ich glaube von 2007. Mein Verstärker ist ein Fender Twin Reverb, auch relativ neu. Ich bin kein Vintage-Purist; mir ist wichtig, dass ich mich auf einem Instrument wohl fühle. An Tretminen hab ich einen MXR Dynacomp, dann einen BB-Preamp von Xotic als Zerrpedal, ein DD7 Delay von Boss und das Digital Reverb von Boss in auch genau dieser Reihenfolge und alles in allem also recht überschaubar.

agas: Gibt es - vermutlich längst - Pläne für ein Nachfolgealbum? Was wird das werden?

H.F.: Wir arbeiten zur Zeit an neuen Stücken und planen die Aufnahme-Sessions für das neue Album. Es wird diesmal zu Teilen aus Christophs und aus meinen Stücken bestehen. Dabei legen wir äußersten Wert darauf, wieder ein Album hinzubekommen, das im Ganzen funktioniert und einem großen Bogen folgt.

agas: Gibt es sonst irgendwas, was du noch sagen möchtest, Lob, Tadel, Jubel, Klage, was auch immer. Irgendwas, was hier nicht erfragt worden, dir aber  wichtig ist?

H.F.: Vielleicht ist meine Zusammenarbeit mit Stanfour noch ganz interessant. Seit 2009 bin da als Gitarrist dabei, Christoph und Daniel übrigens auch. Das ganze mache ich, weil ich großen Spaß an der Musik habe und es mich inspiriert, mit der Band zusammen zu arbeiten. Ich habe nach wie vor eine Popmusikader in mir. Durch die wirkliche intensive Arbeit können Christoph, Daniel und ich auf eine beträchtliche gemeinsame Erfahrung zurückblicken. Ich denke, dass man das in unserem Zusammenspiel und im musikalischen Vertrauen ineinander deutlich hören kann. Außerdem ist vielleicht auch mein abgeschlossenes Studium in Teilchenphysik noch ganz interessant, dass ich nebenher gemacht hab'.  

 
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